Materialien für Eltern

Welche Aufgaben haben Eltern, wenn ihr Kind ein Smartphone hat?

  • Auswählen: Gerät, Tarif, Apps, Inhalte, Nutzungszeit
  • Begleiten und beobachten: Wie geht es meinem Kind mit der Nutzung des Smartphones?
  • Chancen nutzen: Wie kann man das Smartphone nutzen, um das Kind zu fördern?
  • Darüber reden: Im Gespräch über die Nutzung des Smartphones bleiben. Was beschäftigt mein Kind? Wofür interessiert es sich? Welche Fragen hat es? Welche Probleme treten auf?
  • Erklären: Kinder über die Herausforderungen und Risiken aufklären zu mündigen Nutzenden zu werden.

     

In der Familie im kleinen Kreis üben, was später für größere und offene Gruppen wichtig wird:

  • Kommunikation mit Respekt: keine Beleidigungen oder Beschimpfungen in Chats, andere nicht mit zu vielen Nachrichten belästigen, Konflikte offline klären
  • Rechte anderer beachten: keine vertraulichen Informationen weitergeben, keine Bilder und Videos aufnehmen oder veröffentlichen, persönliche Daten niemandem weitergeben)
  • Eigene Bedürfnisse beachten:  Lernen, sich vor Situationen zu schützen, die nicht gut für mich sind. Lernen nein zu sagen. 
  • Ausgleich zur digitalen Welt: Angebote unterstützen, bei denen die Kinder einen Ausgleich ohne digitale Geräte finden.  
  • Risiken erkennen und abwehren: Gemeinsame Nutzung von Chats, Social Media und Gaming, um gemeinsam  zu lernen, sich in diesen Welten sicher zu bewegen, z.B. Welche Kontakte füge ich zu meinen Freunden hinzu? Wie wehre ich mich, wenn mich jemand im Netz beleidigt? Welche persönlichen Daten muss ich besonders schützen?

Veranstaltungstipps

Beiträge auf Medienkompetenz.tv

Weiterführende Materialien

Familienregeln Mediennutzung

Grundlagen:

  • Regeln gemeinsam vereinbaren
  • Konsequenzen gemeinsam vereinbaren und konsequent anwenden
  • Ausnahmen gemeinsam vereinbaren und konsequent anwenden

Ideen für Smartphone Vereinbarungen

  • Beschränktes Guthaben für unterwegs (Telefon & Internet)
  • Regelmäßig die Nutzungszeit gemeinsam überprüfen und besprechen
  • Ablageort im Familienraum z.B. Während der Hausaufgaben oder bei Nacht
  • Einzelne Apps nur auf Familiengeräten (z.B. Social Media Apps oder Spiele)
  • Regeln für Klingel- und Signaltöne (z.B. stumm schalten, wenn es andere stören könnte.
  • Nutzungszeit pro Tag/App (z.B. über Router steuern)
  • Apps nur gemeinsam installieren
  • Bei Kindern: Kontaktanfragen gemeinsam annehmen, gemeinsam chatten 

Eine ausführliche Vereinbarung für die Mediennutzung findet sich unter: https://www.mediennutzungsvertrag.de 

Familienregeln Smartphone

Altersgerechte Inhalte finden

Offizielle Altersfreigaben und Empfehlungen können sind nur eine grobe Orientierung. Jedes Kind entwickelt sich anders und jedes Kind hat  eigenen Bedürfnisse. Ihr als Eltern kennt diese am besten und könnt deswegen besser als jeder andere einschätzen, was für euer Kind gut ist. Beobachtet eure Kinder bei der Mediennutzung, um zu sehen, auf welche Angebote sie gut reagieren und was sie eventuell noch überfordert oder ängstigt. 

Portale mit App und Spieletipps:

Altersfreigaben Apps

Kostenlose Angebote für Kindergarten und Grundschule: 

Technische Hilfsmittel

Habt immer im Hinterkopf, dass technische Hilfsmittel keinen 100%igen Schutz bieten:

  • Freunde haben Geräte ohne technischen Schutz und Kinder können dort Medien nutzen.
  • Kinder sind geschickt, Lücken in technischen Hilfsmitteln zu finden.
  • Eltern machen Fehler beim Einrichten der technischen Hilfsmittel. 
  • Technik kann kaputt gehen.
  • Technik kann Fehler haben.

Technische Hilfsmittel sind deswegen mehr eine Unterstützung der Eltern, um ihnen die Begleitung zu erleichtern (z.B. durch Zugriffsschutz von Geräten, Abschalten des WLAN, kein eigenständiges Kaufen und Installieren von Apps)

  • Gerätesperre: Sperrt Geräte, wie Smartphones, Tablets, Laptops, Fernseher, Konsolen mit einem PIN, Passwort, Fingerabdruck, Muster, usw. damit Kinder sie nicht ohne euer Wissen nutzen können

  • Keine Passwörter und Bezahldaten im App-Store speichern: Wenn ihr Passwörter von App-Stores und Bezahldaten nicht speichert, können Kinder alleine keine Apps installieren, die entweder Geld kosten oder für ihr Alter nicht geeignet sind.

  • Geräte in gemeinsam genutzten Räumen: So lange Spielkonsolen, Laptops, Tablets und ähnliches in den gemeinsam genutzten Familienräumen sind, könnt ihr sehen, wann Kinder die Geräte nutzen. Vor allem nachts sollten diese Geräte auf keinen Fall im Kinderzimmer sein. 

  • Zugriff nur auf einzelne Apps erlauben: Beim Weitergeben des Smartphones oder Tablets kann man den Zugriff auf einzelne Apps beschränken. Wie das für die verschiedenen Plattformen und Geräte funktioniert, wird hier erklärt: https://www.heise.de/tipps-tricks/App-sperren-auf-dem-Smartphone-so-klappt-s-4989893.html  

  • Geräte lautlos stellen: Vor allem bei gemeinsamen Familienaktivitäten, wie z.B. Essen, Filmschauen, wenn Besuch da ist,... 

  • Wecker statt Smartphone: Viele Leute nutzen ihr Smartphone als Wecker. Für Kinder steigt das Risiko, wenn keine anderen Maßnahmen getroffen wurden, dass sie auch nachts das Smartphone nutzen. Deswegen Smartphones nachts raus aus Kinder- und Schlafzimmer und dafür einen Wecker benutzen.

  • Nutzungszeit gemeinsam prüfen: Sowohl iOS- als auch Android-Geräte haben in den Einstellungen die Funktion "Bildschirmzeit". Dort kann man sehen, wie lang Apps genutzt wurden und wie oft das Gerät entsperrt wurde. Diese Übersicht kann man gemeinsam mit dem Kind regelmäßig durchgehen und die Nutzung besprechen.

  • Drittanbietersperre: Im Mobilfunkvertrag kann man einstellen, dass keine Abos oder Dienste über den Mobilfunkvertrag abgerechnet werden. Das nennt  sich Drittanbietersperre und schützt vor ungewollten Käufen. 

  • Geräte-Einstellungen prüfen: In den Einstellungen der Geräte hat man viele Möglichkeiten, die Datennutzung, zum Beispiel für Werbezwecke oder Ortungsfunktionen zu deaktivieren. Schaut die Einstellungen einmal komplett durch und deaktiviert alles, was nicht notwendig ist.

  • App-Einstellungen prüfen: In jeder App gibt es viele Einstellungen. Wenn Kinder Apps nutzen, sollte vor allem die Datenschutzeinstellungen überprüft werden. Dazu kann die Sichtbarkeit von Profilinformationen und Kontaktmöglichkeiten durch Dritte eingeschränkt werden. Bei viele Spielekonsolen kann man zusätzlich einstellen, wie lange das Gerät genutzt werden darf und welche Inhalte freigegeben werden.    

  • Internetsperre Router: Auf vielen Internet-Routern (das Gerät, über das ihr zu Hause ins Internet geht) kann man Profile anlegen, die eine zeitliche Begrenzung oder einen Inhaltsfilter auf einzelnen Geräten ermöglichen. 

  • Keine digitalen Assistenten im Kinderzimmer: Digitale Assistenten verfügen aktuell noch nicht über ausreichende Kinderschutzfunktionen. Auch die Frage der Privatsphäre und des Datenschutzes ist strittig. Wir empfehlen deswegen, digitale Assistenten im Kinderzimmer nicht zu nutzen.  

Suchtgefahr?

Viele Eltern haben Sorgen, dass ihr Kind "süchtig" ist - nach dem Smartphone, Videospielen, o.ä. In den meisten Fällen ist diese Sorge unbegründet und es handelt sich nur um eine intensive Nutzung (die natürlich auch in der Familie thematisiert werden kann). Kein Problem, wenn das Kind:

  • Freude an den digitalen Angeboten hat
  • schulische Leistungen sich nicht verschlechtern
  • Kontakt mit Familie & Freunden hat
  • Hobbys hat
  • sich überwiegend  an die Medienregeln hält
  • keine körperlichen Probleme, wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden zeigt

Eine Sucht entsteht erst, wenn digitale Medien nicht mehr ihrem eigentlichen Zweck entsprechend genutzt werden, sondern missbraucht werden. Z.B. um sich von negativen Dingen im Freundeskreis und der Schule abzulenken anstatt die Probleme anzugehen, um Selbstbestätigung zu finden, weil man sich vor Dingen fürchtet. Suchtartiges Verhalten kann auch einsetzen, wenn man digitale Medien nutzt gegen Langeweile oder um sich zu belohnen. In allen Fällen speichert das Gehirn "Wenn es mir gut gehen soll, brauche ich digitale Medien." und eine Sucht kann entstehen. 

Anzeichen dafür, dass die Nutzung kritisch werden kann: 

  • Dauer und Häufigkeit des Spiels wird mehr
  • Negative Gefühle durch Nutzung
  • Körperliche Anzeichen (Schlafstörung, Kopfschmerzen)
  • Keine Kontrolle über Dauer und Zeitpunkt des Spiels auch bei Sanktionen 
  • Emotionale Reaktion bei Entzug
  • Keine Teilnahme an Familienaktivitäten, kein Treffen mehr mit Freunden
  • andere Hobbys werden aufgegeben
  • schulische Leistungen werden schlechter

Wenn Eltern den Eindruck haben, dass ihr Kind sich nicht nur in einer kurzfristig schlechten Phase befindet, sondern dass tiefergehende Probleme dahinter stecken, ist es notwendig zu reagieren. Entweder sie kommen selbst mit dem Kind ins Gespräch, häufig wird es aber notwendig sein, jemanden von Außen hinzuziehen. 

Für unser Karlsruher Suchtpräventionsprojekt "Sucht in kleinen Dosen" haben wir eine Seite mit weiterführenden Themen erstellt: https://www.sucht-in-kleinen-dosen.de/schüler-innen/glücksspiel-medien/

Persönliche Daten schützen

Kinder und Jugendliche sollten so wenig persönliche Daten wie möglich im Internet veröffentlichen. Das trägt maßgeblich zum Schutz vor Übergriffen im Netz bei, wie z.B. Cybergrooming oder Cybermobbing. Auch Eltern sollten darauf achten, möglichst wenige Daten ihrer Kinder preiszugeben, z.B. auf öffentliche Fotos der Kinder im Netz zu verzichten und datensparsame Angebote zu nutzen. Mehr Tipps bei Safer Internet: https://www.saferinternet.at/faq/datenschutz/wie-kann-ich-meine-persoenlichen-daten-im-internet-schuetzen/

 

Tags:
    

Benötigen Sie Hilfe?

Wenn Sie Hilfe mit XWiki benötigen, wenden Sie sich an:

mkt
XWiki 13.10.6
contact@xwiki.com