Digitale Grundlagen - Sicher und fair im Netz für Grundschule
Dauer: 2x 90 Minuten
Zielgruppe: Klasse 3 & 4
Gruppengröße: max. 30
Teil 1
Vorstellung (10 Minuten)
- Ziel des Workshops:
- Wie schützt ihr euch und andere im Netz?
- Worauf muss ich achten, wenn ich im Internet unterwegs bin?
- Eure Fragen klären, gegenseitig voneinander lernen, da alle unterschiedliche Erfahrungen haben.
- Regeln für den Workshop:
- Welche Regeln gelten in der Klasse, wenn man etwas sagen möchte?
- Ihr könnt jederzeit Fragen stellen.
- Erzählt gerne von euren Erfahrungen. Nennt aber bitte keine Namen. Es geht nicht darum, jemanden zu beschuldigen, sondern aus den Erfahrungen zu lernen.
- Manche benutzen das Internet nur wenig, andere haben schon viele Erfahrungen gemacht. Wir bewerten das nicht, beides ist in Ordnung.
- Ich lasse euch so viel wie möglich von euren Erfahrungen berichten. Manchen Leuten wird das manchmal langweilig. Gebt mir dann bitte ein Signal, dass ihr weitermachen wollt.
Kennenlernen (30 Minuten)
- Kennenlernen 1 - Internet-Nutzung: Ich möchte etwas mehr darüber erfahren, welche Erfahrungen ihr schon mit dem Internet gemacht habt. Wir machen dazu eine kleine Übung. Alle kommen zur Tafel vor (oder wo sonst im Raum Platz ist). Ich habe ein paar Fragen für euch vorbereitet, die ihr mit Ja oder Nein beantworten könnt. Für Ja oder Nein steht entweder die linke oder die rechte Seite im Zimmer. Aber Achtung! Die Ecken verändern sich (darauf achten, dass die Gruppe in Bewegung bleibt, vor allem, wenn einzelne Kinder bei Fragen alleine stehen, immer wieder gut durchmischen).
- Wer hat heute sein eigenes Smartphone in der Schule dabei? Geht in die linke Ecke. (Hier kann man gleich die Frage anschließen, welche Regeln es für Smartphones oder Smartwatches in der Schule gibt, bzw. welche Ausnahmen).
- Wer spielt gerne Videospiele, z.B. auf dem Smartphone, Konsole, Tablet, PC? Geht in die rechte Ecke.
- Wer hat in den letzten Ferien ein Buch gelesen? Geht in die rechte Ecke.
- Wer hat schon mal ein YouTube-Video geschaut? Geht in die rechte Ecke. (In der Regel haben alle Kinder schon mal ein YouTube-Video geschaut, mindestens in der Schule).
- Wer hat schon mal ein TikTok-Video geschaut? Geht in die linke Ecke.
- Wer hat schon mal ein eigenes Video auf TikTok veröffentlicht? Geht in die linke Ecke. (Falls jemand dabei ist, Gelegenheit geben, kurz zu erklären, welche Art Video, vor allem, ob die Person selbst darin zu sehen ist).
- Wer hat schon mal etwas im Internet kommentiert? Geht in die rechte Ecke.
- Wer hat eine Chatgruppe mit der Familie, z.B. auf WhatsApp, Signal oder Threema. Geht in die linke Ecke
- Kennenlernen 2 - Influencer-Quiz: Abhängig von der Gruppengröße und der Menge der Beiträge kann ein zweiter Block folgen. Die Kinder gehen zurück an die Plätze. Beim Influencer-Quiz zeigen wir Fotos von verschiedenen Persönlichkeiten, die direkt oder indirekt etwas mit dem Internet zu tun haben. Die Fotos entweder ausgedruckt oder am Beamer zeigen. Falls ihr die Leute selbst nicht kennt, bitte vorher auf jeden Fall gut informieren!
- Montana Black: https://de.wikipedia.org/wiki/MontanaBlack Fragt, was die Kids über ihn wissen: Welches Auto fährt er? Wie war seine Jugend? Womit verdient er sein Geld? Wie ist er berühmt geworden? "Das ist unser erstes Beispiel, an dem wir sehen, dass wir über manche Leute im Internet ganz schön viel wissen, ohne sie persönlich zu kennen.
- Angela Merkel: Unbedingt ein Foto mit der Merkel-Raute nutzen, z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel#/media/Datei:Angela_Merkel_Juli_2010_-_3zu4.jpg Erst mal kurz klären, wer das ist. Danach fragen, ob jemand schon mal etwas darüber gehört hat, warum sie die Hände so hält. Falls die Kids nicht drauf kommen, selber nochmal die Geste nachmachen und fragen, was man nicht sehen kann, wenn man die Hände so hält: die Fingerabdrücke. Kurz erklären, dass es technologisch mittlerweile möglich ist, von einem Foto einer Hand mit hoher Auflösung den Fingerabdruck abzunehmen und dann den Fingerabdruck künstlich nachzumachen, um sich Zugriff auf die Geräte zu verschaffen (https://www.heise.de/news/31C3-CCC-Tueftler-hackt-Merkels-Iris-und-von-der-Leyens-Fingerabdruck-2506929.html).
- Elon Musk: https://de.wikipedia.org/wiki/Elon_Musk Fragen, welche 3 großen Firmen Elon Musk gehören (Tesla, X, Space X). Fragen, wer schon mal etwas darüber gehört hat, wie sich Twitter verändert hat, seit er es gekauft hat und das Thema Hassrede im Internet kurz anreißen (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/digitales/x-twitter-uebernahme-elon-musk-100.html) .
- Kylie Jenner: https://de.wikipedia.org/wiki/Kylie_Jenner Geschichte der Kardashians kurz anreißen und auch nochmal darauf eingehen, dass sie vor allem dadurch berühmt geworden sind, dass sie ihr komplettes Privatleben im Fernsehen bzw. Internet veröffentlicht haben. Wenn die Kids wissen, wer es ist, fragen, warum sie nach Elon Musk kommt: hat auch viel Geld (https://www.stern.de/lifestyle/leute/kylie-jenner---forbes--entzieht-ihr-den-titel-juengste-milliardaerin-9282984.html) Fragen, ob den Kids am Foto etwas auffällt (z.B. dieses https://de.wikipedia.org/wiki/Kylie_Jenner#/media/Datei:Kylie_Jenner_in_2021.jpg ). Meistens werden Mund, Wangenknochen, Augen genannt und die Vermutung "dass da etwas gemacht wurde". Zum Verdeutlichen ein Vorher-Nachher-Foto zeigen (z.B. https://www.promipool.de/style/so-anders-sah-kylie-jenner-vor-den-ganzen-beauty-ops-aus?gallery) . Kurz erläutern, dass angebliche Schönheitsideale im Netz einen großen Druck auf uns ausüben können, auch so aussehen zu wollen. Häufig sehen die Leute aber gar nicht in echt so aus, da sie stark geschminkt oder sogar operiert sind und die Fotos häufig bearbeitet sind.
Erklärung Soziale Medien (5 Minuten)
Um auch die an Bord zu holen, die selbst noch nicht viele Erfahrungen im Netz gesammelt haben, tragen wir die wichtigsten Punkte zusammen. "Was sind für euch Soziale Medien"?
- Apps mit Internetzugang
- Da kann man eigene Sachen hochladen.
- Man kann Sachen von anderen anschauen.
- Andere können die Sachen sehen.
- Andere können liken und kommentieren.
- Man kann Freunde hinzufügen und Leuten folgen.
- Beispiele: TikTok, Instagram, Facebook, Twitter/X, Snapchat, YouTube, WhatsApp (wegen der Kanäle, die man abonnieren kann), Twitch,
- Was sind keine Sozialen Medien: Videospiele, Chatprogramme, Suchmaschinen, Shopping-Apps - wobei auch hier manchmal schon Funktionen übernommen werden.
[Pause]
Suchmaschinen benutzen (15 Minuten)
Wir haben jetzt gesehen, was wir über Influencer im Netz wissen. Jetzt wollen wir schauen, was wir über uns im Netz finden. Wenn ihr z.B. rausfinden wollt, was mein Lieblingstier ist - ohne mich zu fragen oder ohne zu raten - wie könntet ihr das im Internet machen? Irgendwann kommt meistens jemand auf "googeln", ansonsten helfen. Kurz abfragen, ob noch jemand andere Suchmaschinen kennt und darauf hinweisen, dass Google sehr viele Daten sammelt. Ideal ist ein Rechner, der beim Öffnen der Google-Seite die Privacy-Notiz anzeigt. Daran kann man zeigen, dass man bei solchen Fenstern immer schauen sollte, ob es einen Knopf "Alles ablehnen" gibt, damit nicht zu viele Daten gesammelt werden. Meistens kommt der Vorschlag nach "Vorname Name Lieblingstier" zu suchen. Daran kann man sich jetzt durch die Google-Seite durchhangeln: Suchergebnisse, Google-Bildersuche aber auch Google Maps mal öffnen und zeigen, was man dort alles sehen kann, z.B. die Schule in Streetview, o.ä. Ideal ist es, wenn man über euch selbst, gewisse persönliche Daten rausfinden kann, z.B. über den Job. Daran kann man erklären, dass Erwachsene unter manchen Umständen, ihre persönlichen Daten veröffentlichen müssen, z.B. wenn sie eine Webseite haben, im Impressum.
Hausaufgabe Versucht das zu Hause mal zusammen mit euren Eltern mit eurem eigenen Namen. Falls ihr nichts findet, setzt ihr euren Vor- und Nachnamen in Anführungszeichen "Vorname Nachname" und schreibt noch den Ort dazu, wo ihr wohnt. Schaut mal nach, ob ihr Informationen oder Fotos von euch im Netz findet. Das besprechen wir im nächsten Workshop. Falls die Kids fragen, ob man nicht gleich vor der Klasse den Namen suchen kann, lehnt ab, da man nie weiß, welche Ergebnisse auftauchen, die für die Kids evtl. unerwartet oder auch belastend sein können.
Social Media Profil mit Merkzettel (30 Minuten)
Wir werden im nächsten Teil noch genauer erfahren, warum es so wichtig ist, dass im Netz nicht jeder unsere persönlichen Daten kennt. Das werden wir jetzt üben.
Nehmt euch ein A4-Blatt und faltet es einmal in der Mitte, dass es wie ein Dach aussieht.
[Foto]
Schreibt auf die äußere Seite das Wort "Öffentlich". Was könnte dann innen drin stehen? "Privat" (Begriffe an die Tafel anschreiben)
[Foto]
Wer kann mal kurz erklären, was der Unterschied zwischen öffentlich und privat ist?
- Öffentlich: Das sehen viele Leute. Manche kenne ich auch nicht. Beispiel: Straße, Bus,...
- Privat: Das sehe nur ich oder nur wenige Leute, die ich kenne. Beispiel Tagebuch, Kinderzimmer,...
Und das Internet, würdet ihr sagen, das ist öffentlich oder privat? Meistens sind die Kinder unentschieden. Tatsächlich gibt es private und öffentliche Teile im Netz. Besonders auf Sozialen Medien muss man aber besonders gut darauf achten, wie man das eingestellt hat. Am besten gemeinsam mit den Eltern über die Einstellungen drüber schauen.
Aber was sind denn eigentlich persönliche Daten, die nicht jeder kennen sollte? Klappt euer Papier auf, wir sammeln das jetzt unter dem Wort privat. Was fällt euch ein, was nicht jeder im Netz über euch wissen sollte:
- Name und Vorname
- Adresse (Straße, PLZ, Stadt)
- Alter und Geburtsdatum
- Telefonnummer
- E-Mail-Adresse
- Fotos und Videos auf denen ihr oder euer Zuhause zu sehen sind.
- Infos über euer Privatleben: Auf welche Schule geht ihr, welche Hobbys habt ihr, wer gehört zu eurer Familie, was machen eure Eltern,...
[Foto]
Jetzt klappt ihr euer Papier einmal zu und wir basteln uns jetzt auf der "Öffentlich" Seite ein Social Media Profil. Eine Profilseite ist meine persönliche Seite z.B. in Sozialen Medien, in Chats oder in Videospielen. Darauf können meine Fotos oder Videos aber auch Spieleergebnisse zu sehen sein (zur Veranschaulichung YouTube, Insta oder TikTok öffnen und ein Profil einer unbedenklichen Person zeigen: Profilfoto, Profilname, Inhalte, die die Person veröffentlicht hat).
Achtung: Manchen Kindern haben die Eltern verboten, sich TikTok anzuschauen. Gebt den Kindern entweder die Möglichkeit, die Augen kurz zuzumachen, den Raum zu verlassen oder sichert ihnen zu, dass es in diesem Fall OK ist, weil sie es begleitet von einem Erwachsenen anschauen und der Inhalt so ausgesucht wurde, so dass es für ihr Alter geeignet ist, z.B. ein Tier-Account https://www.tiktok.com/@zeusyparrot oder die Lokalzeitung https://www.tiktok.com/@bnn.de
Beispielprofil zeigen. Ihr sucht euch jetzt ein Profilbild aus oder malt selbst eines und sucht euch einen Profilnamen aus. Wichtig ist: ihr seid nicht auf dem Foto zu sehen und der Profilname ist erfunden, also eine Art Spitzname. In beidem sollten eure persönlichen Daten nicht vorkommen.
Während die Kids die Profile basteln, durchgehen und die Namen prüfen.